Kampf gegen Antisemitismus

Projekt: Antisemitismus in und aus der Türkei

Workshop und Handreichungen zum Thema

Antisemitismus ist in der Türkei ein weit verbreitetes Phänomen: Mein Kampf avancierte zum Bestseller, Regierungspolitiker verbreiten antisemitische Verschwörungstheorien, beliebte Unterhaltungsserien im Fernsehen tragen Antisemitismus in türkische Wohnzimmer….

Über Filme und Medien aus der Türkei sowie vor allem über das Internet erreichen diese antisemitischen Inhalte auch die Bundesrepublik und hier lebende Menschen.

Doch die hiesige Debatte(n) über den „Antisemitismus in der Migrationsgesellschaft“ und „den“ islamischen Antisemitismus sind häufig mehr von pauschalen Einordnungen als von Sachkenntnis geprägt. Während die eine Seite dazu neigt, Antisemitismus als vorrangig „muslimisches Problem“ zu betrachten und damit gern vom Antisemitismus der Mehrheitsgesellschaft ablenkt, betonen andere die Toleranz, die Juden in der Geschichte unter dem Islam genossen. Historische sowie aktuelle Kontexte und Bedingungen und die Vielschichtigkeit des Problems werden in der stark ideologisierten Debatte gern ausgeblendet.

Das gemeinsames Projekt Antisemitismus in und aus der Türkei der IKW e.V. mit dem TürkeiEuropaZentrum am Asien-Afrika-Institut der Universität Hamburg soll dazu beitragen diese Wissenslücke zu füllen und die Debatte zu versachlichen.

Auf Workshops mit MultiplikatorInnen werden WissenschaftlerInnen verschiedener Disziplinen einen Einblick in die sehr unterschiedlichen Erscheinungsformen von Antisemitismus in der Türkei geben und die für den türkischen Antisemitismus wesentlichen Topoi erläutern.

Ein erster Workshop, gefördert von der Hamburger Sozialbehörde, der Ende November 2020 stattfinden sollte, musste Corona-bedingt verschoben werden.
Er wird nun am 23. und 24. April stattfinden. Ein zweiter Workshop ist für die zweite Jahreshälfte 2021 geplant.

Die Vorträge und weitere Beiträge sollen dann gemeinsam mit der Hamburger Landeszentrale für Politische Bildung in einem Buch als „Handreichungen“ zum Thema veröffentlicht werden.

Kontakt:

gegen-antisemitismus@ikw-hamburg.de

Tel. 040-73080540